Entspannung für den Alltag nach Johann Heinrich Schultz
Grundstufe
Viele Menschen leiden unter Leistungsdruck und den verschiedenartigen Anforderungen unserer Zeit. Sie fühlen sich überlastet, haben Schlafstörungen und können sich nicht mehr voll konzentrieren. Das Autogene Training (AT) kann hier Abhilfe schaffen. Die Kursteilnehmer lernen in der Gruppe, systematisch ihren Körper zu entspannen und finden zu einer tiefen, inneren Ruhe. Eine gelassene Einstellung zu den Alltagsproblemen und die Bewältigung von Stress, Nervosität, Kopfschmerzen, Angst usw. werden ebenfalls angestrebt. Ziel des Kurses ist es, körperliche und seelische Harmonie zu erlangen.
Die Fähigkeit zur Selbstentspannung hat jeder!
Die Voraussetzungen dazu sind eine positive Einstellung und die Bereitschaft zum täglichen Üben. Beim Autogenen Training wird die Fähigkeit so trainiert, dass sich die Teilnehmer jederzeit entspannen können und bei Ermüdungszuständen in der Lage sind, sich innerhalb kurzer Zeit zu erholen.
Das Autogene Training ist eine Methode, die über gedanklich-konzentrative Selbstbeeinflussung mit Formeln zur Entspannung führt. Sie setzt beim vegetativen Nervensystem an. Dieses Verfahren wurde in den zwanziger Jahren vom Nervenarzt Johann Heinrich Schultz entwickelt und stellt heute die in Deutschland bekannteste Entspannungsmethode dar.
Die Bezeichnung "autogen" charakterisiert bereits dieses Verfahren (auto-gen = in sich selbst entstehend). Kennzeichnend ist, dass Sie sich mit eigener Kraft selbst in einen Entspannungszustand versetzen können. Der Weg zur Entspannung führt über Gedanken, d.h. bestimmte Wortformeln in Form von Suggestionen, wie z.B. "Ich bin ganz ruhig / ganz schwer ...". Sie lernen mit Hilfe solcher formelhaften Vorstellungen, Einfluss auf Muskeln, Kreislauf und vegetatives Nervensystem zu nehmen.
Zum Erlernen der Übungen benötigen Sie bei regelmäßiger, täglicher Anwendung (Training) ca. 3-6 Monate. Wenn dieses Verfahren unter Anleitung erlernt wird, erleichtert dies in der Anfangszeit den besseren Einstieg in die einzelnen Übungen.
Die Grundstufe des AT ist ein in sich abgeschlossenes System. Wenn diese Technik der Formelvorgabe, der gleichbleibenden Anwendung und des übersichtlichen Aufbaus der Formelblöcke ausreicht, um eine Grundentspannung und Erholung zu erreichen, so ist die Grundstufe, regelmäßig angewandt, vollkommen ausreichend.
AT Oberstufe
Während bei der Grundstufe des Autogenen Trainings die Körperarbeit im Vordergrund steht, wird bei der Tiefenentspannung in der AT- Oberstufe das Unterbewusstsein angesprochen und bearbeitet.
Die Voraussetzung dazu sollte sein, dass der Übende bereits Erfahrungen in einer Entspannungsmethode (AT, Yoga, Progressive Muskelentspanung....) gesammelt hat und die Grundentspannung beherrscht.
Die Oberstufe ist keine Weiterführung der Grundstufe, sondern die Grundstufe ermöglicht erst die Oberstufe. Dafür wichtig ist die organische Umschaltung, bildliche Vorstellungskraft und Phantasie.
Die Unterscheidungsmerkmale der AT Grund- und Oberstufe sind der Grad der Entspannung, der Gehalt der Aussage, die Intensität, die Reaktionen der Organumschaltung und die Tiefen der erreichbaren Schichten. Motivation für die tiefere Entspannung kann die Auseinandersetzung mit den Aussagen des eigenen Unterbewusstseins sein. Dabei liegt der Schwerpunkt im Hinsehen, Hinhören und Geschehenlassen. Das eigene Ich und die eigenen Probleme werden angesprochen und bewusst. Ich setze mich mit ihnen auseinander, finde mich selbst und meinen inneren Frieden, meine innere Harmonie - und das auf ganz natürlichen Weg.
Das Ziel ist auch hier mehr Wohlbefinden, Zufriedenheit und Entspannung im Alltag.